Seminar "Orthopädie" 2013

Dieses Mal mit einigen Widrigkeiten konfrontiert, brachen zum Beginn des Jahres Julian-Dario Rembe, Theresa Spellenberg, Laura Hemmerich und Conrad Wiegand zusammen mit Arzt Dr. Janosch Dahmen zu einem Seminar über Orthopädie nach Tirana auf.

Aufgrund eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals am Düsseldorfer Flughafen war es für das Team Donnerstags leider nicht möglich ihren Flug nach Tirana rechtzeitig zu erreichen. So mussten die Tickets auf den nächsten Tag umgebucht werden und ein erneuter Ausreiseversuch am Freitag gewagt werden. Nach dem diesmal geglückten Flug wurde die altbekannte Unterkunft 'Hope for Albania' in der Innenstadt von Tirana bezogen. Traurigerweise musste das Team aufgrund der Umstände den im Vorfeld für vormittags gemachten Termin mit dem Dekanat der Universität Tirana absagen aufgrund der Reiseumstände. So konnte abends lediglich das Tutorentraining in engem Kreise stattfinden.

Der eigentliche Kurs am Samstag wurde aufgrund der anstehenden Prüfungen der albanischen Studenten diesesmal nicht so zahlreich besucht wie es in den Kursen zuvor der Fall war. Doch barg dieser Umstand auch Vorteile für alle Anwesenden, da durch die geringere Teilnehmerzahl eine individuelle Intensivierung der Lehre sowohl durch Dr. Dahmen, als auch die albanischen und deutschen Tutoren möglich wurde. Somit wurde auch dieser Kurs ein voller Erfolg der diesesmal auch um einige Unfallchirurgische und Traumatologische Inhalte erweitert wurde. Am Abend traf sich die Gruppe mit Elona Meta, der Leiterin unserer Partnerorganisation OMA und einer weiteren albanischen Studierenden zu einem kleinen Stadtspaziergang und Abendessen in einem traditionellen albanischen Restaurant. So konnte, trotz des verlorenen Donnerstags doch noch ein wenig die Stadt und Kultur kennengelernt werden. 

Wie immer stand der Sonntag noch einmal vollkommen im Zeichen des Übens, Wiederholens und der praktischen Tätigkeit. Neben restlichen Themen wurden Fragen geklärt und spezifische Wünsche erfüllt, etwa die Demonstration von Techniken zum reponieren einer ausgekugelten Schulter. Im Anschluss erfolgte die Lernerfolgskontrolle mittels OSCE, die schriftliche Evaluation und das Überreichen der Zertifikate. 

 

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto verabschiedeten sich albanische und wittener Studenten herzlich und freundschaftlich voneinander und machten sich auf den jeweiligen Heimweg. Für unser deutsches Team bedeutete das den Rückflug über Wien. So gestaltete sich auch dieses Seminar alles in allem trotz mancher Widrigkeit erneut als voller Erfolg und bestärkt uns in unserer Arbeit.

 

Die dazugehörigen Bilder finden Sie in unserer Gallerie.

Seminar "Innere Medizin" 2013

Donnerstag, der 27.06.2013

Morgens früh um 5:30 nahmen wir ein Taxi zum Düsseldorfer Flughafen um pünktlich am Flughafen zu sein. Der Flug nach Tirana mit einem Zwischenstop in Wien verlief problemlos und so landeten wir um 14:30Uhr in Tirana. Nach der halbstündigen Fahrt vom Flughafen in die Stadt und dem beziehen der Zimmer im Hostel „Hope for Albania“ setzten wir uns direkt mit dem Inhaber des Hostels, Koos, zusammen um unseren freien Tag zu planen und Tips von ihm zu bekommen. Schon bald wurde einstimmig beschlossen, dass wir den Tag nutzen würden um ans Meer fahren. Koos empfahl uns einen Badeort südlich von Durres, welchen wir bequem mit dem Bus erreichen könnten. Im Hotel Majestic, direkt am Strand gelegen, hatte Koos auch schon einige Tage mit seiner Frau verbracht und war davon begeistert. So stellten wir nur unser großes Gepäck im Hostel ab und machten uns direkt auf den Weg nach Durres. Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir gegen fünf Uhr das Hotel Majestic und machten uns gleich auf an den Strand um noch die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Der Badestrand von Durres ist voll von Sonnenliegen und Schirmen, die jedoch zu dieser Zeit kaum in Benutzung waren. So genossen wir ein Bad im lauwarmen adriatischen Meer und ein Fußballspiel im Sand gegen albanische Mitspieler, welche uns zu einem Spiel herausforderten. In gemütlicher Runde am Strand konnten wir Seminarteilnehmer uns austauschen über Erwartungen, Befürchtungen und den Ablauf des Seminars. Außerdem konnten wir uns so als Gruppe aufeinander abstimmen und kennenlernen.

Zurück zum Hotel gingen wir als die Sonne unterging und beendeten diesen schönen Tag mit einem kulinarischen Essen in einem Fischrestaurant und gemeinsamen Nachtspaziergang am Strand.

Dieser Tag hat uns wieder eine andere Seite Albaniens gezeigt, einen weiteren Einblick in die Kultur Albaniens gegeben und uns als Team für das kommende Seminar einstimmen lassen.

 

Freitag, der 28.06.2013

Nach einem kurzen Frühstück im Hotel Majestic fuhren wir um 10 Uhr zurück nach Tirana. Wie am Vortag mit Elona Meta, Vorstand der albanischen Initiative OMA telefonisch besprochen trafen wir uns mit ihr und anderen Mitgliedern von OMA um 13Uhr zu einem Kaffee. Wir nutzten dieses Treffen um verschiedene Dinge zu besprechen und einige Fragen zu klären. Im Januar entstand die Idee seitens der albanischen Studenten, die Seminare für die Facharztausbildung angehender Ärzte anerkennen zu lassen. Dies würde durch das Erlangen von CreditPoints, welche albanische Ärzte in ihrer Facharztausbildung sammeln müssen, möglich sein. Durch das Engagement der albanischen Studenten und Mitglieder von OMA konnte dies im Gesundheitsministerium durchgesetzt werden. So hatten sich also auch die albanischen Studenten für dieses Seminar neu organisiert, hatten staatlich anerkannte Zertifikate vorbereitet und führten eine genaue Anwesenheitsliste der Seminarteilnehmer. Auch wollten sie vorab einen tabellarischen Lebenslauf unseres Arztes und eine beglaubigte Kopie seiner Approbation. Auch diskutierten wir mit den albanischen Studenten über diese Entwicklung. Zum einen sind wir froh über die neue Möglichkeit welche geschaffen wurden und dass die Seminare nun auch von staatlicher Seite anerkannt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt im Bezug auf die Nachhaltigkeit dieses Projektes und dem langfristigen Ziel, dass die Seminare ins Curriculum aufgenommen werden. Auf der anderen Seite gibt es auch Bedenken. Unsere Sorge ist es, dass die Seminare in Zukunft überwiegend von Fachärzten besucht werden, welche diese nutzen um CreditPoints zu sammeln und daher Studenten als primäre Zielgruppe nicht mehr im Fokus stehen könnten. Wir sind übereingekommen, dass die kommenden Seminare für Fachärzte offen stehen, jedoch keinem Studenten einen Platz verweigert werden dürfe solange diese nicht die Teilnahme der Studenten behindere.

Des weiteren hatte sich auch in der Organisation OMA eine Veränderung ergeben. Elona Meta, welche den Vorstandsposten von OMA inne hat wird ab dem Sommer ihre Facharztausbildung beginnen und deshalb diesen Posten nicht mehr übernehmen können. Sie wollten im Sommer gemeinsam entscheiden wer diesen Posten übernehmen wird.

Während des Treffens wurde auch noch einmal die Agenda für das kommende Seminar durchgesprochen und wir entschlossen uns dieses mal auf ein Tutoren Training zu verzichten, da sich keine neuen Tutoren für dieses Seminar angemeldet hatten.

Zurück im Hostel gingen wir noch einmal die Untersuchungstechniken gemeinsam durch und wir stimmten uns auf den kommenden Tag ein.

 

Am Abend trafen wir uns mit drei Mitgliedern von OMA, schlenderten durch Tirana und aßen gemeinsam.

 

Samstag, der 29.06.2013

Am Samstagvormittag begann dann das eigentliche Seminar. Aufgrund anstehender Prüfungen nahmen an diesem jedoch deutlich weniger albanische Studierende (nur ca. 25) teil, als erwartet. Dies hatte jedoch während des ganzen Seminars für die Studierenden den Vorteil, die einzelnen Untersuchungstechniken noch intensiver üben zu können und gab uns und insbesondere unserem begleitenden Arzt, Janosch Dahmen, die Möglichkeit noch spezifischer auf Fragen und Wünsche der Studierenden eingehen zu können.

Am Vormittag beschäftigten wir uns vornehmlich mit der Wirbelsäule und der oberen Extremität – Schulter, Ellenbogen und Hand.

Unser begleitender Arzt, Janosch Dahmen, stellte die jeweiligen Untersuchungsgänge im Vorfeld kurz den Seminarteilnehmern vor und wies dabei an Hand einer zusätzlichen Power-Point Präsentation und des ausgehändigten Skriptes, auf mögliche Pathologien hin. Besonderes Augenmerk legte er auf Wunsch der albanischen Studierenden darauf, wie man im Notfall mit einfachen Handgriffen eine Diagnose stellen kann und wie diese schnellstmöglich zu versorgen ist.

Im Anschluss daran teilten wir die Studierenden in zwei Gruppen auf und übten mit ihnen zusammen die einzelnen Untersuchungen. Hierbei spielte meist ein deutscher Studierender den Patienten und der jeweils andere half bei der Durchführung der Untersuchungen. Manchmal jedoch wurden auch beide deutschen Studierenden von den Untersuchern „unter Beschlag genommen“, was die Stimmung des Seminars locker und persönlich gestaltete und den Lerneffekt der albanischen Studierenden intensivierte.

Nach der Mittagspause wandten wir uns dann thematisch der unteren Extremität - Hüfte, Knie und Fuß - zu und verfuhren nach dem gleichen Schema wie am Vormittag. Am Abend trafen wir uns mit Elona Meta, der Leiterin unserer Partnerorganisation OMA und einer weiteren albanischen Studierenden zu einem kleinen Stadtspaziergang und Abendessen in einem traditionellen albanischen Restaurant. So konnten wir, trotz des verlorenen Donnerstags doch noch ein wenig die Stadt und Kultur kennen lernen. Zudem konnten wir uns über den aktuellen Stand und die zukünftigen Projekte unserer Initiativen austauschen.

 

Sonntag, der 30.06.2013

Wieder um 9:00 Uhr begann das Seminar. Der Zeitplan war straff, da wir um 13:30 Uhr das Taxi zum Flughafen nehmen mussten um den Flieger nach Deutschland zu erwischen.

 

Wir bereiteten kleine Stationen vor, die jede Kleingruppe einmal durchläuft und eine Patientengeschichte vorfindet, woraufhin einer der Studenten den Patienten untersuchen musste. Die Studenten hatten für jede Station 10 Minuten Zeit und mussten anschließend die Station wechseln. So rotierten sie durch die Stationen, bis jede Gruppe am Ende jede Station durchlaufen hatte. Die Studenten waren sehr gut vorbereitet und absolvierten die Stationen problemlos.

Anschließend wurden die Zertifikate vergeben und nach einer großen Verabschiedung war es Zeit zu gehen.

Den Weg nach Hause nutzen wir um die anstehenden Aufgaben zu verteilen, das Seminar zu reflektieren und die vielen Eindrücke dieses Seminars auf uns wirken zu lassen.

 

Wir waren sehr erfreut zu sehen, wie gut die meisten der Studierenden die Inhalte des Seminars umsetzen und ihr zuvor schon sehr gutes theoretischen Wissen nun auch in der Praxis anwenden konnten.

Nach dieser kleinen Prüfung erfolgte die Aushändigung der Zertifikate und an Hand eines anonymen Bogens das Feedback der Seminarteilnehmer. Die Auswertung dieser Feedback-Bögen ist unter dem Punkt „Evaluation“ zusammen gefasst.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto verabschiedeten wir uns von den albanischen Studenten und erreichten pünktlich unseren Flug um 15:00 Uhr von Tirana nach Düsseldorf.

Gegen 20:00 Uhr kamen wir dann wieder, ziemlich müde, jedoch glücklich und um viele Eindrücke reicher, in Witten an.

 

Die dazugehörigen Bilder finden Sie in unserer Gallerie.

Seminar "Neurologie" 2013

Donnerstag, der 07.11.2013

Nach einer problemlosen Reise erreichten wir gegen 16.00 Uhr unsere Unterkunft im Gästehaus der Organisation „Hope for Albania“ in Tirana. Da wir diese Unterkunft auch bei den letzten Aufenthalten in Tirana nutzten, wurden wir sehr freundlich von Koos, dem Inhaber des Gästehauses, mit Gebäck und Tee empfangen.

Um 18.00 Uhr trafen wir uns in einem Café am Skandernberg-Platz im Zentrum Tiranas mit dem neuen Vorstand und weiteren Mitgliedern unserer albanischen Partnerorganisation „OMA“. Hierbei besprachen wir zunächst wichtige Punkte für die Durchführung des aktuellen Seminars.

Weiterhin war dies eine gute Möglichkeit den Rahmen für das folgende Notfallseminar, welches im Dezember diesen Jahres zum ersten Mal durchgeführt wurde, festzulegen. Hierbei war es besonders interessant zu erfahren, wie die medizinische Notfallversorgung in Albanien aussieht und über welche technischen und apparativen Möglichkeiten die Ärzte verfügen, um die Seminarinhalte hierauf abzustimmen.

Im Anschluss an dieses Treffen wurden wir von 5 albanischen Studentinnen zum Abendessen in ihre Wohngemeinschaft eingeladen. Dies war eine sehr interessante und neue Erfahrung für uns, da wir bisher noch nie bei einem albanischen Studenten zu Hause waren. Sie hatten ein sehr umfangreiches und leckeres Abendessen für uns vorbereitet und wir verbrachten einen schönen gemeinsamen Abend. Es ist dabei zu erwähnen, dass sich durch die regelmäßigen Seminare in Tirana sowie die Sommerprojekte mittlerweile gute Bekanntschaften zu einigen albanischen Studenten entwickelt haben und man auch über das Projekt hinaus in Kontakt steht, was für alle Beteiligten ein wirklicher Gewinn und eine sehr wertvolle Erfahrung darstellt.

 

Freitag, der 08.11.2013

Da wir bei der Seminarvorbereitung feststellten, dass die Powerpoint-Präsentation und die Struktu- rierung des Seminars nochmals überarbeitet werden muss, verbrachten wir den Tag bis zum Tutorentraining am Nachmittag in unserer Unterkunft und überarbeiteten die oben genannten Punkte. Zwar konnten wir so eine sehr gute Seminarfassung erarbeiten, jedoch verpassten wir so den eigentlich angedachten Stadtspaziergang durch Tirana um diese Stadt noch ein wenig besser kennen zu lernen.

 

Um 16.00 Uhr wurden wir von zwei OMA-Mitgliedern in unserer Unterkunft abgeholt und fuhren gemeinsam zum „Hotel Mondial“, am anderen Ende der Stadt, in dem das Seminar aufgrund von Problemen bei der Raumbelegung in der Universität, stattfand.

Um 17.00 Uhr begann das Tutorentraining mit 9 neuen Tutoren. Diese hatten alle zuvor schon das Neurologie-Seminar sowie weitere Seminare als Studenten bzw. zum Teil auch als Tutoren besucht. Das Tutorentraining verlief gut und wir konnten gemeinsam das fachliche Wissen der albanischen Studenten sowie unser eigenes Wissen auffrischen und die Untersuchungsgänge für den nächsten Tag vorbereiten.

Im Anschluss an das Tutorentraining besuchten wir, gemeinsam mit drei albanischen Studentinnen ein kleines und gemütliches Restaurant mit typisch albanischer Küche. Nach dem Essen wurde unser Essensraum durch die Studentinnen und den Restaurantinhaber kurzerhand in einen „Tanzschulsaal“ umgestaltet und wir erhielten eine ausgiebige Unterrichtsstunde im albanischen Volkstanz „Tropoja“, mit teils guten, teils durchwachsenem Ergebnis. Wie schon beschrieben ist auch hierbei wieder das freundschaftliche Verhältnis im Umgang miteinander zu erwähnen, dass aufgrund der regelmäßigen Kontakte gewachsen ist.

 

Samstag, der 09.11.2013

Der Samstag begann für uns um 9.00 Uhr mit dem Seminar im o.g. „Hotel Mondial“.

Wie erwartet war das Seminar sehr gut besucht und der Raum für diese hohe Anzahl an Teilnehmern (knapp 70) fast ein wenig zu klein. Wir entschieden uns dadurch für die folgenden Seminare eine verpflichtende Anmeldung und Reglementierung auf eine bestimmte Teilnehmeranzahl einzuführen.

Das Seminar verlief wie geplant sehr gut und flüssig. Jedoch ist anzumerken, dass es sich beim Neurologie-Seminar um das fachlich anspruchsvollste Seminar handelt und der Zeitplan hierfür, gezwungener Maßen, sehr eng gestellt ist.

Das Seminar erfolgte, wie dem Zeitplan zu entnehmen ist, in einzelne Blöcke gestaffelt. Diese begannen zunächst mit einer kurzen theoretischen Einführung in die Thematik durch den ärztlichen Dozenten Markus Nacke anhand einer Powerpoint-Präsentation sowie der Vorführung des jeweiligen Untersuchungsgangs durch den Dozenten an einem Seminarteilnehmer. Danach wurde jeweils ein kurzes Fallbeispiel besprochen. Anschließend wurden die Untersuchungsgänge in Kleingruppen von 4-6 Studenten gemeinsam mit einem studentischen Tutor (die von uns ausgebildeten Tutoren oder durch uns selbst) praktisch geübt. Markus Nacke diente hierbei als Ansprechpartner und half bei Klärung von Unklarheiten, beispielsweise bei der Durchführung einzelner Techniken.

Wie auch schon in den vorausgegangenen Seminaren ist es sehr interessant zu sehen, welch umfangreiches theoretischen Wissen die albanischen Studenten besitzen und wie schnell sie dieses in der Regel durch die neu gelernten Untersuchungstechniken anwenden und umsetzen können.

Das Seminar dauerte bis ca. 18.00 Uhr. Danach spazierten wir durch die Stadt zurück zu unserer Unterkunft um uns ein wenig auszuruhen.

Am Abend trafen wir erneut albanische Studenten unserer Partnerorganisation um in einem Restaurant mit angeschlossener Tanzfläche und Live-Musik die albanische Küche zu genießen und weiter an unserer „Tropoja“-Tanztechnik zu arbeiten.

Wiedermal verbrachten wir einen sehr schönen und intensiven, wenn auch anstrengenden, Tag in Tirana gefolgt von einem schönen Abschluss am Abend.

 

Sonntag, der 10.11.2013

Am Sonntagvormittag begann das Seminar erneut um 09.00 Uhr mit der Klärung von offenen Fragen des letzten Seminartags bzw. eventuellen Unklarheiten.

Hierbei legte Markus Nacke nochmals besonderes Augenmerk auf die Grundtechniken der neurologischen Untersuchung (insbesondere das richtige Auslösen der Reflexe).

Im Anschluss fand als kleine Prüfung des Lernerfolgs der von uns organisierte „OSCE“ statt. Hierzu bereiteten wir insgesamt 8 Stationen mit jeweils einem Simulationspatienten und einem spezifischen Krankheitsfall vor. Die Seminarteilnehmer rotierten in Kleingruppen durch die Stationen, so dass jeder Student mindestens 2 Untersuchungsgänge eigenständig durchführen konnte.

Die einzelnen Stationen wurden von jeweils zwei Tutoren betreut (einer als Simulationspatient), die den Teilnehmern nach der Untersuchungsdurchführung ein kurzes Feedback und Verbesserungsvorschläge gaben. Der Wissenszuwachs vieler Teilnehmer während des Seminars ist trotz des kurzen Zeitraums enorm und im „OSCE“ meist gut sichtbar. Jedoch kommen besonders in diesem Format häufig erneut Fragen auf, weshalb im nächsten Seminar mehr Zeit für diese Prüfung eingeplant werden sollte und eventuell entstandene Fragen in den Kleingruppen bzw. in der großen Gruppe gemeinsam erarbeitet werden sollten. 

Wir waren jedoch mit der Leistung der Teilnehmer in dieser formativen Prüfung sehr zufrieden. Darüberhinaus bereitet diese Prüfungsformat sowohl den Seminarteilnehmern als auch uns Tutoren viel Spaß.

Auf den „OSCE“ folgte die Aushändigung der Seminar-Zertifikate sowie eine anonyme Evaluation des Seminars durch die Teilnehmer. Die Ergebnisse dieser Evaluation liegen Ihnen vor.

Wir verabschiedeten uns von den Seminarteilnehmern und den Mitgliedern unserer Partnerorganisation - unseren mittlerweile neu gewonnen Bekanntschaften und Freunden und traten dann unsere Heimreise an.

Diese verlief ohne Probleme und wir hatten während des Flugs und dem Aufenthalt in Wien die Möglichkeit das Seminar zu reflektieren und selber ein kurzes Feedback durchzuführen.

Auch dieses Seminar hat im Ganzen wieder viel Spaß und Freude sowie Lust auf weitere Seminare gemacht.

 

Die dazugehörigen Bilder finden Sie in unserer Gallerie.

Seminar "Notfallmedizin" 2013

Donnerstag, der 05.12.2013

In den frühen Morgenstunden des 05.12.13 war es nun endlich soweit, dass wir mit vier Studenten zu unserem ersten Notfallseminar von FDN aufbrechen konnten. Der begleitende Unfallchirurg Janosch Dahmen würde am Freitag zum Seminarbeginn anreisen.

Die Anreise nach Tirana gestaltete sich bei diesem Seminar als komplizierter als sonst: Für das Seminar wird viel Material, unter anderem drei Reanimations- und Intubationsmodelle, benötigt. Glücklicherweise war es nach Absprache mit Austrian Airlines möglich, diese als reguläres Gepäck einzuchecken, sodass wir keine zusätzlichen Kosten hatten. Die Anfahrt mit der Bahn zum Flughafen gestaltete sich aufgrund der Koffer und Kisten im morgendlichen Pendlerverkehr trotzdem als Abenteuer.

Ein geplantes studentisches Mitglied musste die Teilnahme an Reise leider sehr kurzfristig aufgrund eines akuten familiären Erkrankungsfalls absagen, jedoch konnte ein Ersatz gefunden werden und nach mehreren Telefonaten mit der Fluggesellschaft konnte die ersichtliche Umbuchung der Tickets erfolgen.

Am Flughafen Tirana angekommen galt es nun mit Händen und Füßen einen guten Preis für eine Fahrt im Großraumtransport auszuhandeln, das wegen der vielen Kisten unseren regulären, bekannten Taxifahrer ablösen musste.

Ziemlich erschöpft erreichten wir so die bekannte Unterkunft „Hope for Albania“. Dort wurden wir freundlich von Koos, dem Hausvater, begrüßt.

Nach einem selbst gekochten Abendessen und erstem telefonischen Kontakt zu Mitgliedern von OMA für letzte Details waren wir froh in unsere Betten fallen zu dürfen.

 

Freitag, der 06.12.2013

Nach einer kalten Nacht, in der die Klimaanlage noch warm laufen musste, war geplant nun die Skripte des Notfallseminars auszudrucken. Da dieses mit ca. 60 Seiten sehr ausführlich ist, wollten wir die im Vergleich zu Deutschland deutlich günstigeren Druckangebote in einem Copyshop in Tirana nutzen. Zudem wären unsere Gepäckbegrenzungen durch das Mitführen der ausgedruckten Skripte gesprengt worden. Wir hatten nicht mit den Tücken der Technik gerechnet. Gleich zwei der mitgenommenen Computer stürzten ab, ließen sich nicht mehr neu starten und die aktuellsten Versionen des Skripts und der Powerpoint Präsentation waren verloren. Zum Glück waren noch ältere Versionen auf USB-Sticks vorhanden. Die geplante Besichtigung von Tirana wurde aber nun leider durch Arbeiten am Skript und der Präsentation abgelöst.

Nachmittags erreichte unser Lehrarzt, der Unfallchirurg und ehemalige Wittener Student Janosch Dahmen die Unterkunft.

Für den Abend hatten wir beschlossen statt des üblichen Tutorentrainings aufgrund des Umfangs dieses neuen Seminars direkt mit dem eigentlichen Seminar zu beginnen. Die Teilnehmerzahl sollte auf maximal 50 Studenten und Ärzte begrenzt werden, um effektives Arbeiten zu gewährleisten. Am Treffpunkt fanden sich dann allerdings um die 90 Menschen ein, die teilweise von außerhalb Tirana angereist waren. Nach schwierigen Entscheidungen wurde beschlossen das Seminar ausnahmsweise mit 70 Teilnehmern stattfinden zu lassen.

Das Thema des Abends war die Einführung in „basic life support“. Da die Ausbildung in Erster Hilfe in Albanien nicht sehr flächendeckend verbreitet ist und Krankenwagen oft mit großer Verzögerung eintreffen, stellt die Erste Hilfe ohne medizinische Hilfsmittel eine essentielle Säule der Versorgung dar.

Daher trainierten wir intensiv unter anderem das Vorgehen bei Auffinden einer bewusstlosen Person, die stabile Seitenlage und das Anlegen eines Stiff Necks. Ein stiff neck dient der Stabilisierung einer möglicherweise verletzten Halswirbelsäule für den Transport ins Krankenhaus nach einem Unfall. Es war sehr schön zu sehen, wie enthusiastisch dieses neue Seminar angenommen wurde.

Nach einem Abendessen im Zentrum Tiranas, in dem wir in die Geheimnisse des traditionellen albanischen Tanzes eingeführt wurden und anregenden Konversationen mit Mitgliedern von OMA unter anderem über die weiteren Planungen führten fielen wir erschöpft in unsere Betten.

 

Samstag, der 07.12.2013

Am Samstagmorgen fanden wir uns wieder im Krankenhaus von Tirana ein, in dem das Seminar stattfand.

Wir begonnen mit der Einführung in Traumabehandlung mit „Primary“ und „Secondary Survey“. Dabei wurde das „A,B,C,D,E Schema“ erklärt und in seiner Anwendung anhand gestellter Szenarien geübt. Das „A,B,C,D,E Schema“ ist ein Konzept das darauf zielt, durch Einüben eines immer gleichen Untersuchungsschemas bei jedem Notfall-Patienten wichtige Befunde zu erkennen und ihrer Dringlichkeit nach behandeln zu können. Zudem ist es international weit verbreitet und gewährleistet gutes Teamwork auch über Grenzen hinweg, da durchgängig die selben Abläufe bekannt sind.

Zusätzlich wurden unter anderem das Retten des Patienten aus dem Gefahrenbereich, die Beatmung eines Patienten, die Intubation mit verschiedenen Methoden, das Stoppen von schweren Blutungen und die Herz-Lungen-Massage gezeigt und geübt. Dabei war es hilfreich, dass wir bereits im Voraus mit unserer Partnerorganisation OMA besprochen hatten, welche Hilfsmittel überhaupt üblicherweise in Albanien auf den Rettungswägen oder im Krankenhaus vorhanden sind, da sich teilweise große Unterschiede ergaben.

Das Vorgehen bei Herz-Kreislauf-Stillstand wurde aufgrund seiner Wichtigkeit besonders intensiv in verschiedenen Situationen, mit oder ohne medizinische Hilfsmittel und in unterschiedlichen Team-Konstellationen geübt. Der reguläre Ablauf einer Herz-Lungen- Wiederbelebung im Rahmen des „Advanced life support“ wurde unglaublich schnell von den albanischen Studenten erlernt, jedoch zeigten sich anfangs noch erwartungsgemäß Schwierigkeiten bei Änderungen des regulären Ablaufs. Zum Beispiel wenn die bewusstlose, pulslose Person nicht bereits entkleidet am Boden liegt, sondern erst noch eingeklemmt aus einem Auto geborgen werden muss.

Es wurde von uns auch auf die Defibrillation, Kardioversion und die gängigsten Notfall- medikamente eingegangen. Dabei wurden verschiede Herzrhythmen auf ihre Behandlung mit elektrischem Strom und/oder Medikamente hin überprüft, später auch im Rahmen gestellter Fallsituationen.

Insgesamt war der Samstag sehr intensiv und es wäre zu erwägen, die Seminardauer gegebenenfalls auf mehrere Tage auszudehnen. Zudem wird mit OMA ein System überlegt, wie wir die Teilnehmerzahl fair begrenzen können, da dies das Seminar dann vermutlich noch effektiver gestalten lässt.

Für das Abendessen wurden wir von Mitgliedern unserer albanischen Partnerorganisation in eine urgemütliche Stube geführt, in der wir die typisch traditionelle, sehr köstliche albanischen Küche genießen durften. Anschließend gab es endlich einen kleinen Rundgang durchs nächtliche Tirana.

 

Sonntag, der 08.12.2013

Der Sonntagmorgen begann pünktlich um 09:00h mit der Gelegenheit, einzelne Fallsituationen und Handlungsabläufe nochmals in Kleingruppen zu üben. Im Anschluss daran fand der OSCE (Objective Stuctured Clinical Examination) statt. Dabei wurden die Lernerfolge des Wochenendes von den Studierenden und Ärzten in Dreier-Teams anhand eines Fallszenarios überprüft. Damit bestand die Möglichkeit einer Rückmeldung zur individuellen Leistung mit eventuellen Verbesserungsvorschlägen. Wir waren sehr erfreut, welch großen Wissenszuwachs wir nach so kurzer Zeit beobachten konnten.

Im Anschluss konnten wir daher viele Zertifikate an die stolzen Teilnehmer der drei Tage überreichen. Zusätzlich galt es auch wieder von allen Teilnehmern einen anonymen Feedback- Bogen auszufüllen, um mögliche Verbesserungsvorschläge zu sammeln und die Qualität des Seminars zu sichern. Insbesondere, da es sich um das erste Notfallseminar gehandelt hat. Die Ergebnisse sind unter dem Punkt „Evaluation“ aufgeführt. Anschließend mussten wir uns auch schon von unseren albanischen Freunden verabschieden und den direkten Weg zum Flughafen nehmen. Wir erreichten Düsseldorf am Abend und waren froh mit allem Koffer, Kisten und Taschen, vollzählig und um einige tolle Erfahrungen reicher in Witten anzukommen.

 

Die dazugehörigen Bilder finden Sie in unserer Gallerie.